Besuch im Museum „Kunst der Westküste“ auf Föhr am 12.05.22

In der Klausurtagung vom Vorstand des Kunstvereins am 16./17. März 2022 wurde u.a. beschlossen, eine Exkursion zum Museum „Kunst der Westküste“ in Alkersum auf Föhr durchzuführen, um die Ausstellung „Anna Ancher – Sonne.Licht.Skagen zu besuchen.

Nachdem dann die Einladung erfolgte, waren die verfügbaren 40 Plätze in dem modernen Reisebus der Fa. Bölck nicht nur sehr schnell vergriffen, es mussten sogar einige Interessierte vorübergehend vertröstet werden.

Am 12.05. ging es um 8:30 Uhr in Schuby los. Bei bestem Reisewetter (viel Sonne und leichter Wind) ging es zunächst zum Fähranleger in Dagebüll, wo die Wartezeit mit einem Kaffee, kredenzt von dem freundlichen Busfahrer, und netten Gesprächen schnell verging.

Inzwischen war der Himmel gleichmäßig blau, die Überfahrt mit der Fähre ließ ein Gefühl von Urlaub aufkommen und nach der Ankunft auf Föhr erreichten wir das Museum sehr gut in der Zeit. Auf der Fahrt hatte Jürgen Wind uns verschiedene Angebote für den Aufenthalt auf der Insel nach der Führung durch die Ausstellung gemacht, die einige Abwechselung boten.

Ausgestattet mit Funkempfängern und aufgeteilt in 2 Gruppen genossen wir die sachkundige Führung durch diese faszinierende Ausstellung in dem interessant aufgeteilten und freundlich gestalteten Museum. Anna Ancher (1859 – 1935) war als Mitglied der Skagener Künstlerkolonie an der Herausbildung realistischer und impressionistischer Strömungen in der skandinavischen Malerei um 1900 beteiligt. Gezeigt werden etwa 80 Gemälde und Ölskizzen. Danach gab es noch die Gelegenheit, in dem angrenzenden Restaurant einen Kaffee und ein Stück Kuchen zu genießen.

Um 14 Uhr trafen wir uns wieder im Bus. Während ein kleinerer Teil der Gruppe vor Ort blieb oder mit örtlichen Verkehrsmitteln nach Wyk fuhr, brachte der Bus den größeren Teil der Gruppe nach Nieblum. Dort war eine Führung durch Maren Harms mit dem Schwerpunkt St. Johannis Kirche und dazugehörender Friedhof geplant. Ein Zugang zur üblicherweise geöffneten  Kirche, die im Volksmund auch „Friesendom“ genannt wird und in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde, war zu diesem Zeitpunkt durch eine Trauerfeier leider nicht möglich. Maren informierte uns über verschiedene Sehenswürdigkeiten auf dem Friedhof, u.a. die sogenannten „Sprechenden Grabsteine“ mit den Lebensgeschichten der Seefahrer. Insbesondere erwähnte sie den Grabstein des Seefahrers Dirk Cramers (1725 – 1769), der von einem kunstvoll in Stein gehauenen Dreimaster geziert wird und leider, wie sich dann herausstellte, seit längerer Zeit in der Restauration ist.

Maren Harms in der Mitte. Foto von Meike Roos.

So verteilte sich diese Gruppe dann im Ort, spazierte durch die engen Straßen und besichtigte die sehr gepflegten kleinen Häuser, bis die TeilnehmerInnen sich schließlich in verschiedenen Cafés Eis, Kuchen und Waffeln schmecken ließen. Auf dem Rückweg zum Bus gab es dann doch die Gelegenheit, die Kirche mit seinem aus einem Granitfindling herausgeschlagenen Taufbecken (entstanden um 1200) zu besichtigen.

Um 16:15 Uhr erwartete uns der Bus am Friedhof und es ging zurück zum Fähranleger, vor dem es erneut einen Kaffee aus den Beständen des Busfahrers gab. In der anschließenden Wartezeit bis zur Verladung in eine jetzt deutlich größere Fähre spielte Wulff Schady auf seinem Schifferklavier Shanties, die mit Hilfe der verteilten Texte auch kräftig mitgesungen wurden.

Die anschließende Überfahrt verging wie im Fluge, das Wetter war immer noch sehr freundlich und wir versuchten, zu erkennen, ob es sich bei den dunklen Schatten auf den Sandbänken um Treibgut oder tatsächlich um Seehunde handelte.

Um 18:30 Uhr waren wir dann wieder an Land, das an diesem Teil der Küste sehr dicht mit Windkraftanlagen bebaut ist und um 20:30 Uhr kamen wir wie geplant wieder auf dem Betriebshof der Fa. Bölck in Schuby an.

Fazit: Es war eine schöne, abwechslungsreiche und von gutem Wetter begleitete Tour auf diese sehenswerte Insel. Alle Beteiligten haben die Fahrt genossen.

Bericht von Horst Hoppe

Foto von Joachim Tschesch.

Anna Ancher

„Anna Ancher (1859−1935) ist in Dänemark eine der bekanntesten und beliebtesten Künstlerinnen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Als Mitglied der bedeutenden Skagener Künstlerkolonie war sie maßgeblich an der Herausbildung realistischer und impressionistischer Strömungen in der skandinavischen Malerei um 1900 beteiligt.

Als einzige der Künstler*innen in Skagen geboren, zeichnete sich ihr Schaffen durch einen besonders innovativen Umgang mit Licht und Farbe aus. Anna Anchers Darstellungen von Lichtreflexionen und Schattenwürfen in zahlreichen Genre- und Landschaftsdarstellungen ist meisterhaft. Ihrer Zeit voraus fand sie schließlich zu einer abstrahierenden Formensprache. Die Auswahl der Werke ermöglicht umfassende Einblicke in Anna Anchers soziales Leben und das Alltagsgeschehen in Skagen.“

Museum der Westküste
Fotocollage aus eigenen Fotos: Esther Goldschmidt.